Wie alles andere (außer die Wurst) muss (leider) auch mein Dubai Abenteuer mal ein Ende haben. Ich habe soeben mein e-Ticket erhalten und werde am Freitag, den 20.02.2009 meine Heimreise antreten. Ich wusste zwar schon seit einer Woche, dass ich eventuell an diesem Termin fliegen werde, aber ich wollte mit der Veröffentlichung lieber noch warten, bis die endgültige Bestätigung eingetroffen ist.
Mein Flug wird Dubai um 3.30 Uhr Ortszeit verlassen und ankommen werde ich gegen 09.50 Uhr (MEZ) in Stuttgart. Flugnummer ist die TK1701 aus Istanbul.
Zurückblickend kann ich sagen, dass dieses Praxissemester sich auf alle Fälle gelohnt hat. Hab sehr viele neue Eindrücke und Erfahrung gesammelt, die mir in meinem weiteren Lebensweg sicherlich irgendwann einmal hilfreich sein werden. Für meinen weiteren Berufsweg waren diese 4 Monate in Dubai bestimmt ein großer Türöffner, denn das Arbeiten geschieht hier schon unter einem anderen Arbeitsklima und auch unter mehr Druck. Vor Allem hat man hier sogar als Praktikant gleich eine Menge Verantwortung, mit der man erst einmal lernen muss umzugehen.
Von der 6 Tage Woche war ich anfangs recht geschafft, aber ich muss sagen so schlecht fand ich das jetzt nicht und der Mensch gewöhnt sich eh an alles. Vom Arbeitstempo und der Mentalität bin ich hoffentlich nicht zu sehr geprägt worden, aber das wird mir mein Studium schon wieder austreiben.
Auch ist mir aufgefallen, dass ich die Dinge nun viel gelassener angehe, dass muss man hier auch können, sonst stirbt man nach 3 Wochen an einem Herzinfarkt. Das ganze Aufregen bringt eh nichts, deswegen läuft der Labourer nicht schneller.
Von der Stadt bin ich trotz mancher negativen Erfahrung immer noch beeindruckt und werde auf jeden Fall hierher zurückkommen und wenn es nur als Urlauber in 5 oder 10 Jahren ist. Denn irgendwann würde ich schon gerne durch das Aviation Club Hotel laufen und sagen: „Hier hab ich mitgewirkt“.
Noch ein paar Dinge, die für mich anfangs unverständlich waren, aber hier völlig normal sind:
• Stark befahrene 6 spurige Straßen können einfach durch ein kleines Handzeichen als Absichtsbekundung überquert werden. Das innehalten auf dem Trennstreifen in den mittleren Spuren ist durchaus gestattet.
• Die Lichthupe dient sowohl als Warnsignal, als auch als Unmutsäußerung und als Vorfahrtsgewährung, hierbei geben die Intensität und die Häufigkeit der Betätigung den jeweiligen Gemütszustand wieder. Wird dazu noch die Hupe benutzt, kann man von einer Unmutsäußerung ausgehen.
• An sich ist die Hupe ebenso Warn-, wie auch Begrüßungssignal, aber auch als Aufforderung die Spur zu wechseln zu verstehen.
• Während der Ruhezeiten von 9.00 bis 9.30 Uhr; 12.00 bis 13.00 Uhr und von 15.00 bis 15.30 Uhr sollte man niemals einen Labourer bitten etwas zu tun, denn das sind seine Schlafenszeiten, die er liegen auf dem Betonboden oder einem Brett verbringt.
• Die Blitzer auf der Sheikh Zayed Road blitzen erst bei Tempo 120, ob wohl das Tempolimit mit 100km/h, machmal auf Grund von Baustellen mit 60km/h ausgeschildert ist.
• Wer in Dubai nur 1 Minute zu spät an sein Ziel kommt stirbt sofort, denn jeder fährt als gäbe es irgendetwas zu gewinnen und das beschleunigen auf einem geraden 300m Stück Straße, zwischen 2 Kreisverkehren, bis zur Höchstgeschwindigkeit gehört zum guten Ton.
• Zebrastreifen werden grundsätzlich ignoriert, lediglich wenn der Verkehr auf Grund der 3 stündigen Rush Hour ruht, kann die Straße halbwegs sicher überquert werden.
• Für eine Strecke von 5 km in Deira oder Bur Dubai kann man schon einmal 2 Stunden brauchen, wenn man die örtliche Rush Hour nicht kennt.
• Wer einen weißen Helm auf hat ist der „Boss“ auf der Baustelle; ist er dazu noch von heller Hautfarbe, kann er sich fast alles erlauben. Auch den streng abgesperrten Players Entrance für das WTA Turnier benutzen. ;-)
• In einer Grocery sollte man nie nach einem Kassenzettel fragen, denn die Preise werden vom Chef persönlich innerhalb kürzester Zeit im Kopf zusammengerechnet. Die Registrierkasse dient nur zur Geldaufbewahrung. Selbst wenn auf manchen Artikeln der Preis nicht ausgewiesen ist, der Chef hat ihn im Kopf.
• Inder sind von Natur aus neugierig, es kann schon einmal vorkommen, dass einer deinen Computerbildschirm mehrere Minuten beobachtet, obwohl du nur in Word etwas tippst. Ob er dem Deutschen mächtig ist, ist dabei nicht von Belangen.
• Pakistaner können einen ganzen Abend damit verbringen einfach an der Straße zu stehen und die Autos zu beobachten. (kein Witz, mein Mitbewohner hat das gemacht)
• Lass dich nie, aber auch niemals mit einem praktizierenden Moslem auf eine Diskussion über Religionen ein und sag ihm NIE, dass die Palästinenser vielleicht etwas unrecht hatten, als sie monatelang Raketen auf israelische Siedlungen geschossen haben.
• Ein Strandbesuch mit weiblicher Begleitung sollte nie an einem Freitag stattfinden, denn sonst kann es sein, dass man plötzlich von gaffenden Pakistanern umringt ist. Die auch noch Paparazzi spielen.
• Wie schon einmal erwähnt, sollte man die Finger von den Kurzen im Reagenzglas ausm Rock Bottom lassen, die sind teuflisch.
• Bier (8€ das Pint) sollte man genießen und nicht wie bei uns runterstürzen. Schließlich trink man auch kein Champagner auf Ex, oder?
So das war alles, was mir spontan einfällt.
Wir sehen uns ab Freitag in Remseck und Umgebung.
That’s all folks…..
tobi is coming home, inschallah…..






