Freitag, 24. Oktober 2008

Arbeitsklima

Es fällt mich schwer, mich hier an die völlig andere Art zu arbeiten - im Gegensatz zu Deutschland - zu gewöhnen. Wenn in Deutschland eine Absprache noch zählt, endet hier jede Besprechung und Terminfestlegung mit „inschallah“ - so Gott will – den weiteren Verlauf kann man sich denken…

Leider muss man die Subcontractors mit Samthandschuhen anfassen, hier gibt es ein Angebotsüberschuss gibt, da an allen Ecken und Enden gebaut wird. Wenn ein Subcontractor keine Lust mehr hat, zieht er seine Leute ab und arbeitet auf der Baustelle nebenan, für 5 % mehr. Deswegen werden alle Briefe und Mahnungen derart verbal entschärft, kaum zu glauben, es gibt extra ein Mitarbeiter, der das überprüft.

Darüberhinaus gibt es für alles eine „Fachkraft“. Was faxen, oder Kopieren? Kein Problem, ab zum Document-Keeper. Was zu trinken, oder in der Mittagspause eine Kleinigkeit, tell the Office-Boy. Ein Aufzug, call the Lift-Operator und ein Lift kommt zum Office-Floor. In jedem der 6 Aufzüge sitzt ein Arbeiter und fährt den ganzen Tag hoch und runter… Dann gibt es noch den „Wachtman“, der hat immer für 3 Etagen alle Wohnungsschlüssel beisammen und befindet sich, wenn er sich nicht eingeschlossen hat und schläft, auf einem der Floors. 

Leider sind hier größtenteils ungelernte Arbeiter, so kann es schon einmal vorkommen, dass ein Elektriker das falsche Kabel abknipst und es dann für ne halbe Stunde kein Strom mehr auf der Baustelle gibt , kommt öfters vor. Gestern allein 4mal...

Genug gejammert, bin jetzt für 5 Tage zum Teamleiter aufgestiegen, da mein Chef auf Heimaturlaub ist. Hab die (ehrenvolle) Aufgabe, zweien Philippinos, die kaum englisch sprechen Arbeit zu geben. Wird bestimmt lustig. Jetzt geht’s erst mal ab ins Nachtleben.

tobi continued… inschallah…

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