Mittwoch, 18. Februar 2009

Heimreise

Wie alles andere (außer die Wurst) muss (leider) auch mein Dubai Abenteuer mal ein Ende haben. Ich habe soeben mein e-Ticket erhalten und werde am Freitag, den 20.02.2009 meine Heimreise antreten. Ich wusste zwar schon seit einer Woche, dass ich eventuell an diesem Termin fliegen werde, aber ich wollte mit der Veröffentlichung lieber noch warten, bis die endgültige Bestätigung eingetroffen ist.

Mein Flug wird Dubai um 3.30 Uhr Ortszeit verlassen und ankommen werde ich gegen 09.50 Uhr (MEZ) in Stuttgart. Flugnummer ist die TK1701 aus Istanbul.


Zurückblickend kann ich sagen, dass dieses Praxissemester sich auf alle Fälle gelohnt hat. Hab sehr viele neue Eindrücke und Erfahrung gesammelt, die mir in meinem weiteren Lebensweg sicherlich irgendwann einmal hilfreich sein werden. Für meinen weiteren Berufsweg waren diese 4 Monate in Dubai bestimmt ein großer Türöffner, denn das Arbeiten geschieht hier schon unter einem anderen Arbeitsklima und auch unter mehr Druck. Vor Allem hat man hier sogar als Praktikant gleich eine Menge Verantwortung, mit der man erst einmal lernen muss umzugehen.
Von der 6 Tage Woche war ich anfangs recht geschafft, aber ich muss sagen so schlecht fand ich das jetzt nicht und der Mensch gewöhnt sich eh an alles. Vom Arbeitstempo und der Mentalität bin ich hoffentlich nicht zu sehr geprägt worden, aber das wird mir mein Studium schon wieder austreiben.


Auch ist mir aufgefallen, dass ich die Dinge nun viel gelassener angehe, dass muss man hier auch können, sonst stirbt man nach 3 Wochen an einem Herzinfarkt. Das ganze Aufregen bringt eh nichts, deswegen läuft der Labourer nicht schneller.


Von der Stadt bin ich trotz mancher negativen Erfahrung immer noch beeindruckt und werde auf jeden Fall hierher zurückkommen und wenn es nur als Urlauber in 5 oder 10 Jahren ist. Denn irgendwann würde ich schon gerne durch das Aviation Club Hotel laufen und sagen: „Hier hab ich mitgewirkt“.


Noch ein paar Dinge, die für mich anfangs unverständlich waren, aber hier völlig normal sind:


• Stark befahrene 6 spurige Straßen können einfach durch ein kleines Handzeichen als Absichtsbekundung überquert werden. Das innehalten auf dem Trennstreifen in den mittleren Spuren ist durchaus gestattet.


• Die Lichthupe dient sowohl als Warnsignal, als auch als Unmutsäußerung und als Vorfahrtsgewährung, hierbei geben die Intensität und die Häufigkeit der Betätigung den jeweiligen Gemütszustand wieder. Wird dazu noch die Hupe benutzt, kann man von einer Unmutsäußerung ausgehen.


• An sich ist die Hupe ebenso Warn-, wie auch Begrüßungssignal, aber auch als Aufforderung die Spur zu wechseln zu verstehen.


• Während der Ruhezeiten von 9.00 bis 9.30 Uhr; 12.00 bis 13.00 Uhr und von 15.00 bis 15.30 Uhr sollte man niemals einen Labourer bitten etwas zu tun, denn das sind seine Schlafenszeiten, die er liegen auf dem Betonboden oder einem Brett verbringt.


• Die Blitzer auf der Sheikh Zayed Road blitzen erst bei Tempo 120, ob wohl das Tempolimit mit 100km/h, machmal auf Grund von Baustellen mit 60km/h ausgeschildert ist.


• Wer in Dubai nur 1 Minute zu spät an sein Ziel kommt stirbt sofort, denn jeder fährt als gäbe es irgendetwas zu gewinnen und das beschleunigen auf einem geraden 300m Stück Straße, zwischen 2 Kreisverkehren, bis zur Höchstgeschwindigkeit gehört zum guten Ton.


• Zebrastreifen werden grundsätzlich ignoriert, lediglich wenn der Verkehr auf Grund der 3 stündigen Rush Hour ruht, kann die Straße halbwegs sicher überquert werden.


• Für eine Strecke von 5 km in Deira oder Bur Dubai kann man schon einmal 2 Stunden brauchen, wenn man die örtliche Rush Hour nicht kennt.


• Wer einen weißen Helm auf hat ist der „Boss“ auf der Baustelle; ist er dazu noch von heller Hautfarbe, kann er sich fast alles erlauben. Auch den streng abgesperrten Players Entrance für das WTA Turnier benutzen. ;-)


• In einer Grocery sollte man nie nach einem Kassenzettel fragen, denn die Preise werden vom Chef persönlich innerhalb kürzester Zeit im Kopf zusammengerechnet. Die Registrierkasse dient nur zur Geldaufbewahrung. Selbst wenn auf manchen Artikeln der Preis nicht ausgewiesen ist, der Chef hat ihn im Kopf.


• Inder sind von Natur aus neugierig, es kann schon einmal vorkommen, dass einer deinen Computerbildschirm mehrere Minuten beobachtet, obwohl du nur in Word etwas tippst. Ob er dem Deutschen mächtig ist, ist dabei nicht von Belangen.


• Pakistaner können einen ganzen Abend damit verbringen einfach an der Straße zu stehen und die Autos zu beobachten. (kein Witz, mein Mitbewohner hat das gemacht)


• Lass dich nie, aber auch niemals mit einem praktizierenden Moslem auf eine Diskussion über Religionen ein und sag ihm NIE, dass die Palästinenser vielleicht etwas unrecht hatten, als sie monatelang Raketen auf israelische Siedlungen geschossen haben.


• Ein Strandbesuch mit weiblicher Begleitung sollte nie an einem Freitag stattfinden, denn sonst kann es sein, dass man plötzlich von gaffenden Pakistanern umringt ist. Die auch noch Paparazzi spielen.


• Wie schon einmal erwähnt, sollte man die Finger von den Kurzen im Reagenzglas ausm Rock Bottom lassen, die sind teuflisch.


• Bier (8€ das Pint) sollte man genießen und nicht wie bei uns runterstürzen. Schließlich trink man auch kein Champagner auf Ex, oder?



So das war alles, was mir spontan einfällt.
Wir sehen uns ab Freitag in Remseck und Umgebung.



That’s all folks…..



tobi is coming home, inschallah…..


Mittwoch, 11. Februar 2009

Dubai Municipality, Civil Defense und DEWA


Es ist vollbracht! Anfang der Woche war ein Beamter der Dubai Municipality (Stadtverwaltung, DM) bei uns, um den Temporary Car park abzunehmen. Bei der Abnahme war ich natürlich mit von der Partie und konnte so mal sehen, wie pedantisch diese Leute ab und zu sind. Kleines Beispiel, wir haben Orientierungsschilder von der Decke hängen, damit die Leute wissen wo sie hinfahren können. Am Anfang und am Ende jeder Geraden ist ein Schild mit einem Trennstrich in der Mitte, links ein „No Access“ Zeichen und rechts ein Pfeil, also für jeden verständlich, dass ich auf meiner Spur (der Rechten) bleiben soll. Das hat der Inspektor nicht so ganz verstanden und somit mussten wir die Schilder ändern lassen.

Vor den Treppenhaustüren musste ein Zebrastreifen gemalt und auf beiden Seiten jeweils ein Speed-Hump betoniert werden. Dann war ihm noch unsere Abböschung im Kurvenbereich, außerhalb der Tiefgarage zu wenig gesichert, da gehören seiner Meinung nach Pfosten davor, damit keiner auf die Böschung fährt. (!!!)

Das waren nur die Hauptpunkte, sonst gab‘s nur n paar kleinere, wie falscher Druck auf der Löschleitung, usw…

Das lustige an der Kontrolle war, das Verhalten unseres Consultants (Architekt), sobald die nämlich eine Auto von DM reinfahren sehen, stehen die mit versammelter Mannschaft auf der Palette um den Herr zu begrüßen. So auch bei dieser Inspektion, aber als sie erfahren haben, warum er eigentlich da ist haben sich die Jungs ganz heimlich und leiste immer mehr in den Hintergrund begeben und irgendwann war keiner mehr da. Doch gerade rechtzeitig, als der Inspektor sich verabschiedet hat standen se alle wieder dabei und sind ihm dermaßen in den Arsch gekrochen (Thank you for your time, Sir; Thank you sir and drive carefully….), sogar mein PM hat sich‘s Lachen verkneifen müssen.

Auch der Schlusssatz des DM-Inspektors, belegt mal wieder, was Dubai noch fehlt, um eine gut organisierte Stadt zu sein. „Meine Kontrolle war nur eine Sicherheitsinspektion, ich habe nur auf die Sicherheitsbestimmungen hin kontrolliert. Sollten Sie weitere Kontrollen benötigen, bitte ich sie die zuständigen Stellen direkt anzuschreiben, [und jetzt kommt’s] die Kommunikation in unserem Hause funktioniert nicht immer einwandfrei, so dass andere Stellen nichts von ihrem Anliegen wissen könnten.“ (!!!)

Nachdem die Inspektion vorbei war, sind wir mit dem Client noch zusammengestanden und haben die bemängelten Punkte nochmal besprochen. Dabei ist uns aufgefallen, dass der DM-Mensch keine genauen Abgaben gemacht hat, -> Höhe der Pfosten, so um die 1,5m, Abstand, nicht zu eng, nicht zu weit. (!!!) Auch unklar war, ob er nochmal zur Nachkontrolle vorbeikommt oder nicht.

Die letzten Tage haben wir also an der Beseitigung der Mängel gearbeitet und gestern erfahren, dass er nicht mehr vorbeikommt, sondern wir ihm Bilder schicken sollen. Puh, Glück gehabt, so können wir uns ein paar kleinere Arbeiten ersparen.

Heute Morgen war dann auch Civil Defense (Feuerwehr) zur Kontrolle da. Diesmal das komplette Gegenteil von DM, der Herr hat nur kurz in den Pump Room geschaut, die Rohe inspiziert und überprüft, ob an den Öffnungen die Feuerversiegelung angebracht ist. Danach gab‘s ein „approved“ und das war‘s.


Jetzt haben wir nur noch einen großen Brocken aus dem Weg zu schieben und das ist DEWA (Lokaler Wasser- und Stromversorger). Wir haben nun einen Car park, der von der DM und der Civil Defense abgenommen wurde, dürfen aber nicht hineinfahren, da unter unserer Zugangsstraße eine Kabeltrasse der DEWA verläuft. Die Kabel sind aber nicht wie bei uns im Sandbett verlegt, sondern sind regelrecht beerdigt. Die Leitungen liegen ca 1,5m unter Geländeoberfläche in einer Stahlbetonwanne, die mit Wüstensand gefüllt und dann mit einem Stahlbetondeckel verschlossen wird. (!!!) DEWA hat nun Angst, dass die PKW (max. 2 to), die täglich darüberfahren die Kabel beschädigen könnten, deswegen gibt’s noch keine Freigabe von denen. In meinen Augen lächerlich, aber so sind die Behörden hier halt.

Käsespätzle

Gestern hab ich mir gedacht, zum Abendessen gibt‘s mal was Gescheites heut. Käs’spätzle müssen her. Aber nicht mit gekauften Nudeln, sondern mit selber geschabten Spätzle.



Okay, so schwer kann das ja nicht sein, aber ohne die richtigen Werkzeuge ist es das leider schon. Meine spärliche Kücheneinrichtung gibt leider, außer ein paar Töpfen, Teller, Besteck und Tupperdosen nicht viel her. Schon die Zubereitung des Teigs gestaltete sich recht schwierig, da kein Rührgerät oder eine Schüssel zur Verfügung stand. Aber wozu hat man zwei Hände? Die Teig Zubereitung hat soweit wunderbar geklappt und nun bestand nur noch das Problem darin, die Spätzle zu schaben.



Ohne Brett oder Schaber ist das nicht ganz so einfach. Die ersten Versuche mit dem Tupperdosendeckel scheiterten leider kläglich und ich wollte schon das Prospekt vom Pizzaservice suchen. Doch dann kam mir die Idee einfach ein Teller und ein Messer zu nehmen und das Ganze nochmal zu versuchen. Mit durchschlagendem Erfolg, wie sich herausstellte. Das Schaben war doch anstrengender als ich dachte aber die Spätzle konnten sich allemal sehen lassen.

Geschmacklich war das Ganze auch recht okay, leider gibt’s hier nur Cheddar oder Mozzarella Käse, der typische Geschmack blieb also auf der Strecke. Egal, lecker war‘s und wie die Bilder (Webalbum -> Dubai 2008) belegen auch sehr professionell. Nun kann ich endlich von mir behaupten, dass ich ganz allein Spätzle geschabt hab, wieder ein Haken mehr auf der Liste der Dinge, die ich noch zu erledigen gedenke, bevor ich den Löffel abgebe. ;-)





tobi continued….

Samstag, 7. Februar 2009

Einkaufstour in der Mall of the Emirates

Wisst ihr noch, was ich über den Dragon Mart geschrieben habe, dass es dort alles gibt, dass man dort jeden Scheiß kaufen kann? Lüge, Lüge, Lüge, ich bin letzte Woche 2 Stunden auf der Suche nach einem neuen Akku für meine Digicam, durch diesen verdammten Markt gelaufen. Die Chinesen waren zwar alle sehr nett, sofern sie verstanden haben, was ich brauche, aber eine normale Fotobatterie geht halt schlecht in eine Casio Exilim. Man glaubt es kaum, wie viel Elektronik Shops es dort gibt und die kennen sich auch noch alle, „…geh mal zu dem, der hat das bestimmt…“. Die Beste Information an dem Tag war: „…ne sowas haben wir nicht, aber in der Mall of the Emirates (MoE) gibt’s n Laden, der hat sowas…“. Nach 2 Stunden endlich mal ne vernünftige Aussage.

Also gings gestern in aller Frühe, nach dem ich mich im hauseigenen Gym etwas ausgetobt hatte (ja, ich war ganz erstaunt, dass wir sowas haben, mehr dazu weiter unten…), in die MoE. Bei der Gelegenheit wollte ich auch noch ein paar Mitbringsel suchen. 

Da die Mall ja recht groß ist, bin ich erst mal zum „Virgin Store“, der verkauft eigentlich alles, aber einen Akku konnte ich dort auch nicht bekommen, von dort wurde ich dann zu weiteren Läden geschickt, bis eine nette Verkaufsdame meinte, “…geh mal zu „More Electronics“, die verkaufen Akkus…“ . Dort angekommen und dem Verkäufer meine Lage geschildert, meint der nur welchen Akku-Typ ich denn brauche und nach 5 Minuten Suche lag er endlich auf dem Tisch. Ich hörte schon die Triumph-Fanfahren blasen, bis der Verkäufer meint 125 Dhs. (26 Euro)!!! Puh, egal, her damit. Daheim hab ich dann mal im Internet nachgeschaut, bei Ebay gibt’s den gleichen Akku für 2,45 Euro… Was will man machen, der Verkäufer hat wohl den Ernst meiner Lage erkannt und es eiskalt ausgenutzt…

Wo ich schon mal in der Mall war und den großen Geldbeuten dabei hatte, hab ich mir dann noch nen I-Pod Nano (mp3 –Player, für alle nicht kundigen, der spielt also Musik ab ;-) ), eine CD, zwei DVD’s und zwei Spiele für meine PSP (Play Sation Portable, wie Gameboy, nur mit mehr Funktionen) gegönnt. Das alles hat mich so knappe 1.200 Dhs. gekostet, nicht wenig, aber wie gesagt, wenn man schon mal hier ist… ;-)

Beim durch schlendern hab ich mir auch über eventuelle Mitbringsel Gedanken gemacht, war dann auch im „Arabian Souk“, einem Flügel in der MoE, aber den Gruscht, der dort angeboten wird, bring ich nicht mit Heim. So hab ich den Entschluss gefasst, dass es keine Mitbringsel gibt. Bevor ich hier irgendeinen überteuerten Scheiß kauf, der Daheim nur verstaubt. 

Zudem hab ich eh keinen Platz mehr im Koffer, obwohl ich schon ein paar Kleidungsstücke aussortiert und mit dem Daniel und der Julia ein Paket geschnürt hab, in dem auch einiges drin ist. Ich hab trotzdem Zweifel, ob ich das mit dem Gewicht hinbekomme, leider es keine Waage im Gym gibt, Gewissheit ich also erst am Flughafen haben werde (Junger Padawan Schüler, ich bin unschuldig an der Satzstellung, das hat mir Word gerade vorgeschlagen!). Aber auf die gleiche Aktion, wie in Stuttgart, als ich meinen Koffer nochmal öffnen und auspacken durfte, habe ich ehrlichgesagt keine Lust.

Um noch auf die Sache mit dem Gym einzugehen. Vor dem Donnerstagabend wusste ich gar nicht, dass es sowas bei uns gibt. Ich war auf dem Rooftop, um einige ruhige Minuten mit einer Cubanerin und Blick auf den Burj Dubai zu genießen. Da fiel mir eine Türe im hinterletzten Eck des Poolbereichs auf. Hinter der Türe waren zwei gut ausgestattete Gym, Männer und Frauen wieder einmal getrennt, mit Sauna und Dampfbad. Zum Glück hatte ich das Paket mit meinen Klamotten noch nicht dem Daniel gegeben, denn da waren meine Sportsachen drin. Die hab ich schnell wieder ausgepackt, um die letzten Wochen noch das kostenlose Gym zu nutzen.


tobi continued…

Samstag, 31. Januar 2009

Männerrunde

Die letzten Wochen waren bei mir leider weniger von Freizeit und Feiern geprägt, als mehr von Arbeiten und Schlafen. Heute ist der letzte Tag, bevor morgen der Client den Car Park übernimmt. Wir sind mit unseren Arbeiten im Großen und Ganzen fertiggeworden, aber leider können wir den Car Park nicht vollständig fertigstellen, da die Ventilatoren für die Belüftung nicht angekommen sind. Aus irgendwelchen Gründen ist das Schiff in Fujairah angelandet und dort darf leider der Container mit unseren Ventilatoren nicht gelöscht werden. Nun dauert es nochmal 3-4 Tage, bis das Schiff von Fujairah (Luftlinie knapp 100km östlich von Dubai, auf der anderen Seite des "Horns") nach Dubai gefahren ist und dort dann unseren Container ablädt. 

Jetzt sind alle etwas Niedergeschlagen, da wir den Fertigstellungstermin nicht halten konnten. Dazu kommt noch, dass unser Weg zum Hotel beschädigt wurde, da die Reinigungsfirma des Aviation Clubs mit einem Manlift drübergefahren ist. Darüberhinaus sind noch etliche kleinere Arbeiten zu erledigen, gestern waren zwar 50 Leute hier um das zu tun, aber als ich mit dem PM heut morgen durchgelaufen bin, haben wir keine großartige Veränderung festgestellt. Heute ist also irgendwie ein schwarzer Tag für den Car Park.

Nachdem die Julia uns heute Morgen verlassen hat, sind wir jetzt eine nette Männerrunde hier. Gestern haben wir noch im Waxy’s, einem English Pub, ein bisschen ihren Abschied gefeiert und uns mit englischem Buffet den Bauch vollgeschlagen. Im Internet steht über das Waxy’s: 

“A sticky floor and soundtrack of youthful embarrassment signals your arrival in one of Dubai’s most rambunctious pubs. Cheap drinks, cheap food and cheaper women are the order of the day. The heaving mass of slurring expats are here for only one thing, well that and the killer pork sausages, served with a heavy dose of long-forgotten reality. “

Kurz, englische Männer sind dort auf der Suche nach billigen Getränken, billigem Essen und noch billigeren Frauen. Was auch vollkommen stimmt, uns ist gestern aufgefallen, dass die englischen Frauen wie Tannenbäume aussehen, schmal am Hals und dann ausufernd… Naja nicht so sehr der Ort, den man von Dubai in Erinnerung behalten möchte.

Der Brüller gestern war, dass ich meine Kamera um ein Haar verloren hätte. Ich habe der Julia meine Jacke gegeben, damit sie sie um ihre Handtasche hängt, damit ich se nicht heben muss. Nachdem Julia Getränke holen war, sagt sie zu uns: „Ich bin so verdammt ehrlich, ich hab ne Kamera aufm Boden gefunden und se an der Bar abgegeben…“ Wir natürlich in Gelächter ausgebrochen und gemeint dass se doch blöd ist, ne Digicam bei der Bar abzugeben und nicht zu behalten. Ich hab dann zu ihr gemeint sie soll doch mal bitte in meiner Jackentasche nach meiner Cam schauen…Die war natürlich nicht mehr da… Ich also vor an die Bar, meine Cam verlangt. Alles spitze, nur der Akku war weg, muss irgendwie rausgefallen sein beim Sturz. Zum Glück gibt’s den Dragon Markt, da werd ich mir einen Neuen kaufen. Wenigsten hab ich die Kamera und meine Speicherkarte mit den Bildern wieder. 


tobi continued…….

Montag, 26. Januar 2009

Barclays Dubai Tennis Championship

Kleines Update:

Wie ich heute erfahren hab ist das hier kein kleines Tennisturnier, wie ich seither immer dachte, für das wir die Tiefgarage und den Aussenbereich herrichten, sondern das ist das Barclays Dubai Tennis Championship. Hier kommen jeweils von den  Herren 7 Spieler aus den Top10 und von den Damen alle Top10 Spielerinnen. Also Nadal, Federer, Djokovic, Frau Jankovic, die Williams Sisters, etc werden alle teilnehmen.

Schüttler und Kohlschreiber werden auch anwesend sein und das kein Steinwurf von mir entfernt. Das ist auf jeden Fall ein schöner Abschluss meines Dubai Abenteuers. 

Hab heut erfahren, dass ich ab Samstag wahrscheinlich mitm Formwork Engineer (Schalungsingenieur) die Baustelle unsicher machen darf und ihm bis zum Abschluss zur Hand gehen werde.

tobi continued....

Samstag, 17. Januar 2009

Dubai Marathon


Knapp was, aber er hat‘s nicht geschafft. Gestern war Dubai Marathon mit Haile Gebrselassie, der hier seinen eigenen Weltrekord über die 42,195km Distanz, der gerade bei 2:03:59 steht verbessern wollte.

Leider kam er in strömendem Regen in Dubai nach 02h 05min 29s ins Ziel. Ich war natürlich live vor Ort und hab ihm dabei von der Tribüne aus zugesehen, leider war diese nicht überdacht und es wurde vom Veranstalter auch nicht daran gedacht, dass es vielleicht regnen könnte. Nach 20 min im Regen war ich bis auf die Haut klatschnass.

Die vielen äthiopischen Fans hat das nicht gestört, die haben ihren Haile jedes Mal wenn er auf der Videowand zu sehen war mit Sprechchören und Gesängen angefeuert. Ein Bild wollte mir leider nicht gelingen, da der Haile wie ein Blitz über die Zielgerade gesaust ist.
Nach dem Marathon – ähm Daniel, ist der Haile schon im Ziel?- sind wir zum Frühstücken ins "More", ein echt gutes Café etwas versteckt im Gold & Diamond Park in der Nähe der Mall of the Emirates.


Danach wollten wir noch auf die Pferderennbahn, aber irgendwie bringt die uns kein Glück. Ich stand jetzt schon zum zweiten Mal vor dem Tor und wieder wurde das Rennen abgesagt. Das erste Mal weil der Scheich von Umm al-Qaiwain gestorben ist und gestern, weil der viele Regen die Bahn so aufgeweicht hat, dass ein Rennen nicht möglich war, da die Verletzungsgefahr für Tier und Reiter zu groß ist.

Da sich meine Arbeitszeiten jetzt von morgens 7 Uhr bis abends 17 Uhr geändert haben, war gestern nicht mehr viel los bei mir, bin recht zeitig ins Bett, da mein Fahrer nun morgens um sechs mich holen kommt.

Jetzt nutze ich mal die Gelegenheit um mich zu entschuldigen, ich hab ganz den Besuch von meinem Dad und der Diana Ende November-Anfang Dezember unterschlagen. Über die Woche gab‘s leider nicht viel zu schreiben, da es meinem Dad nach dem Genuss der landestypischen Küche ein paar Tage nicht so gut ging. Dafür hatte ich Gelegenheit in der Woche die 3 deutschen Restaurants in Dubai in Augenschein zu nehmen. ;-) Es hat mich echt gefreut, dass die Zwei da waren, auch wenn die Woche anders gelaufen ist, als sie geplant war. Dubai ist halt doch etwas anderes wie Stuttgart oder jede sonstige Großstadt in Deutschland.

Dafür hatten wir eine tolle Fahrt auf dem Dubai Creek im herrlichen Sonnenschein, einige 9 Euro Hefe und eine 18 Euro Maß. Ich glaub zwar, dass das das letzte Mal war, dass die zwei sich Dubai angesehen haben, aber vielleicht kann ich sie doch dafür begeistern in 10 Jahren nochmal hinzufliegen, damit sie einige Projekte, die jetzt noch laufen, im Fertigstadium sehen können…. Inschallah.....



tobi continued….

The Aviation Club Hotel

So, nach einer etwas längeren Pause gibt’s mal wieder ein Update. Wie schon berichtet bin ich jetzt auf einer neuen Baustelle. The Aviation Club Hotel, ein Hotelneubau (ca. 70 Mio. €) mit 8 Stockwerken.

Meine Aufgabe hier ist natürlich wieder von großer Wichtigkeit. Der Bauherr, also der Besitzer vom Aviation Club hat im Februar ein Tennisturnier im clubeigenen Stadion. Dafür braucht er genügend Parkplätze. Somit müssen wir, unteranderem ich, danach schauen, dass er einen Teil der Tiefgarage, 2 Geschosse, mit ca. 250 Stellplätzen Ende des Monats übernehmen und temporär nutzen kann. Das heißt der Rohbau muss soweit hergerichtet werden, damit er den Mindestanforderungen der Dubai Municipality entspricht, mit Sprinkler-, Feuermeldeanlage, Belüftung, Fahrbahnmarkierung, Notausgängen, Feuerschutztüren einfach alles. Dafür haben wir noch bis Ende des Monats Zeit. Es muss die gesamte Tiefgarage gefegt und per Hochdruckreiniger gesäubert werden, damit der Fahrbahnmarkierer seine Linien ziehen kann. Dazu kommen rund 150m x 3m Wand, die gemauert werden müssen, damit ein eigener Brandabschnitt für die vorläufige Nutzung hergestellt ist.


Im Groundfloor und Außenbereich gibt’s auch noch einiges zu tun, von dem Treppenhaus, das die Gäste benutzen muss ein eigener Korridor zum bestehenden Hotel eingerichtet und abgesperrt werden. Dazu brauchen wir auch noch eine vorläufige Zufahrt für die Tiefgarage und und und… Das sind jetzt die Hauptarbeiten, die noch bis Übernächste Woche zu erledigen sind. Dazu gibt’s noch etlichen Klein-Gruscht der gemacht werden muss und ach ja bevor ich‘s vergess, die Hauptbaustelle läuft natürlich ganz normal nebenher weiter. Zurzeit springen da tagsüber ca. 300 Labourer rum, da wimmelt‘s nur so von gelb-Helm Indern. ;-)


Mit den Geschichten, die ich da jeden Tag erleb, könnte ich Bücher füllen, manchmal fragt man sich echt ob die nichts denken beim Geschäft. Ein kleines Beispiel: Ein Entwässerungsschacht sollte gesäubert werden. Maße 2.0m x 0.5m x 2.0m (l x b x t) und ca. 30cm mit Wasser gefüllt.
Bevor man mit dem Reinigen anfangen konnte musste erst einmal das Wasser raus. Was macht der gemeine gelb-Helm Inder in der freien Wildbahn? Nimmt ein 5 Liter Eimer und fängt das schöpfen an. Bis dann der weiß-Helm Inder dazu kommt und meint er soll doch das Wasser in einen anderen Eimer um leeren, der dann wiederrum von einem weiteren gelb-Helm Inder zu einem Schacht getragen und entleert wird. Das hab ich (weiß-Helm Europäer)mir 10 min angeschaut und ihm dann geraten er soll doch die Pumpe, die keine 3m weg stand, da reinstellen und so den Schacht leeren. Nach 2min (incl. hinablassen, einstecken, ausstecken und heraufziehen) war‘s furztrocken….


Mit solchen Problemen muss sich ein Site Engineer hier auf Dubais Baustellen herumschlagen. Wat soll ich dazu noch sagen… Aber die Aufgabe ist interessant und zum Glück hab ich gleich Einblick in mehrere Bereiche und das wiederrum peppt meinen Praktikumsbericht schon wieder etwas auf.




tobi continued....

Donnerstag, 8. Januar 2009

Besuch von Steffi, Stefan und Thomas

Die Woche war recht stressig, da es so viel zu zeigen und zu erzählen gab. Hab mich total gefreut, Besuch aus der Heimat bekommen zu haben, vor allem über die Woche mit meiner Steffi und dass wir uns endlich nicht mehr über die Webcam unterhalten mussten.


Leider gab’s auch während der Woche, abgesehen vom Beinahe-Partyverbot an Silvester, eine kleine Enttäuschung, denn der Scheich von Umm al-Qaiwain meinte er muss die Welt gerade in dieser Woche verlassen. Vom Herrscher in Dubai wurden dann sofort 3 Tage Staatstrauer angeordnet und, natürlich, jegliche Party oder laute Musik verboten. Ich wusste bisher noch nicht, dass man im Rock Bottom ganz normal auf der Tanzfläche sitzen kann… ;-) Darüberhinaus wurden mehrere Radiosender gleichgeschaltet und übertrugen nur noch Koran Verse, andere spielten nur Klassik oder Panflötenmusik, normale Musik gab‘s nicht. Die TV Sender von Dubai übertrugen alle das gleiche Programm, ein Local, der vor dem Koran sitzt und irgendwas vor sich hin jammert. 3 Tage lang ging das so.



Naja, wir haben die Zeit halt für eine Bar-Tour genutzt, waren in Vu’s Bar in den Emirates Towers im 51. Stock, 309m über Dubai, in der Bar 44, im 44. Stock des Grosvenors House über Dubai Marina und in der Budda Bar. Mein Absoluter Favorit ist aber die Uptown Bar, im Jumeira Beach Hotel, die ich noch am letzten Abend mit der Steffi besucht habe. Im 24. Stock mit Terasse und einer richtig geilen Aussicht auf Dubai und links neben einem das riesige Burj al Arab. Einfach traumhaft.




Shopping stand auch auf unserer Liste, also haben wir die ganzen Shopping Malls abgeklappert, wobei die Marina Mall, trotz großer Werbung, außer 20 Shops leider noch nicht viel zu bieten hat.


Der lustigste Abend war zweifelsohne der mit der Dhow Dinner Cruise. Einer 2 stündigen nächtlichen Bootsfahrt, auf dem Dubai Creek. Das Essen war ganz okay, der Preisklasse entsprechend würd ich sagen. Hatten eine Tour für 140 AED p.P. gebucht (Es gab auch welche für 350 AED) und uns eigentlich auf ein Internationales Buffet gefreut. Die Internationalität bestand dann aber darin, dass es etwas arabisches, etwas Indisches und philippinische Nudeln gab. Nicht sehr ausgewogen also. Das Beste an der Tour waren die „Darbietungen“, die unter Abend-Show-Programm liefen. Zu sehen war ein kleinwüchsiger Mann, der sich in verschiedene Kostüme (Ringtänzer, kämpfende Männer) warf und zu arabischer Musik tanzte, ein Pferd, das sich ebenfalls zu den Klängen arabischer Musik bewegte und dabei versuchte den Gästen Kameras, oder Handys zu klauen und letztendlich ein Zauberer, der den Namen eigentlich nicht verdient hätte. Die Zaubertricks waren teilweise so schlecht, dass man gesehen hat, wie er den Ring/die Karte im Ärmel hat verschwinden lassen und sie später wie auf wundersame Weise wieder hervorgezaubert hat. Egal, die Menge hat trotzdem getobt und Julia musste sogar aktiv mit eingreifen, was uns natürlich veranlasst hat noch mehr zu toben. ;-)


So, damit ist eigentlich das Meiste erzählt, jetzt bin ich also wieder alleine, nachdem mein Besuch gestern Morgen wieder Richtung Deutschland abgehoben und hoffentlich gut gelandet ist. Ich vermiss sie jetzt schon ein wenig, aber es sind ja nur noch knappe 6 Wochen, also 41 Tage, bis ich wieder daheim bin.


Heute bin ich also auf meiner neuen Baustelle angekommen, Aviation Club Hotel (-> Bilder von Projekten und -> Webalbum). Darf endlich wieder Labourer antreiben.





tobi continued…

Silvester 2008 / 2009

Beinahe wäre unser Silvester ja ins Wasser gefallen, nachdem Scheich Mohammed Bin Rashid Al Maktoum meinte, aus Solidarität zu den Palästinensern, alle Partys abzusagen. Sowas musste ja kommen, einmal Silvester in Dubai und dann fangen die Israelis an den Gaza Streifen zu bombardieren und der Scheich meint das Partyverbot würde seinen „Brüdern“ helfen…. (Pf alle bescheuert hier!)


Wir hingen also den ganzen Tag mit einem Ohr am Radio und dem anderen am Telefon. Kaum auszumalen, was das für ein Imageverlust bedeutet hätte, wenn alle Partys abgesagt hätten werden müssen (Im Atlantis oder Burj al Arab war das Ticket bestimmt etwas teurer als bei uns). Das Verbot wurde dann bis zum Abend auf alle Partys, die im Freien stattfinden und Feuerwerk reduziert. Unsere Party wurde vom Pool deck ins Restaurant verlegt, gegrillt wurde zwar nachwievor draußen, aber hauptsächlich spielte sich die Party im Innern ab. Dass das Motto des Abends Black & White Casual war, ham viele Gäste wohl verpasst. So weit ich mich erinnern kann, waren wir die Einzigen, die das auch noch Stilecht umgesetzt haben (-> Webalbum).

Den ersten Ärger gab’s schon kurz nachdem wir Platz genommen hatten, als der Kellner die Getränke aufzählte, die im Preis inbegriffen waren, kam kein Wein in seiner Liste vor. In dem „New Year Advert“, den ich vom Hotel bekommen hatte, stand der aber bei „included beverages“ dabei. Da der Kellner wiedermal keine Ahnung hatte, kam der Restaurant Chef an den Tisch. Dem hab ich dann die Lage geschildert, den Zettel gezeigt und prompt gab’s den ganzen Abend für unseren Tisch „House wine“ umsonst. Für die 450 AED (ca. 90€) also den ganzen Abend frei trinken und von dem mega leckeren Buffet genießen.

Das Buffet war echt der absolute Traum, angefangen von Anitpasti, Shrimp-Cocktail, Scampi, Muscheln über Falafel, Haifisch, Rind Lamm, Geflügel bis zum Dessert, haufenweise weiße Schokolade und diverse Kuchen. Das absolute Highlight waren drei Kerzen, die aus weißer Schokolade gemacht und noch mit dünnen Plättchen schwarzer Schokolade verziert waren.
Was die Musik angeht war alles anfangs recht gedämpft, hatten wohl alle etwas bammel, dass irgendjemand von der „Dubai Authority“ vorbeischaut und die Party beendet. Kurz vor 12 Uhr sind wir aufs Pool deck raus, haben mit den anderen Gästen angestoßen und vergeblich darauf gewartet, dass sich doch jemand traut eine Rakete abzufeuern.

Bei uns im Restaurant waren die Kellner schon um halb eins damit beschäftigt das Buffet abzuräumen und die Tische zu säubern. Also recht dürftig, von wegen Tanz und DJ, aber angesichts der Umstände, doch ein schöner Start in den Abend. Denn dann ging die Party erst richtig los…

Am Ende des Flurs, in dem unser Restaurant war, gab es in einer anderen Bar eine Griechen Party. Da bei uns nichts mehr los war, haben wir uns kurzfristig entschlossen die Party etwas aufzumischen. Dank dem tänzerischen Talent von Stefan und Thomas, haben wir auch nicht lange gebraucht, bis wir voll akzeptiert waren. Keine 5 Minuten später war der Barkeeper unser Freund und er hat (zum Leidwesen einiger) beim einschenken auf den Messbecher verzichtet. So gegen halb 4 war dann die Party für die meisten zu Ende, doch Gerüchte besagen, dass einige noch im Spa weitergefeiert haben.

Das war also das mein erstes und hoffentlich letztes Silvester ohne Feuerwerk.