Mittwoch, 18. Februar 2009

Heimreise

Wie alles andere (außer die Wurst) muss (leider) auch mein Dubai Abenteuer mal ein Ende haben. Ich habe soeben mein e-Ticket erhalten und werde am Freitag, den 20.02.2009 meine Heimreise antreten. Ich wusste zwar schon seit einer Woche, dass ich eventuell an diesem Termin fliegen werde, aber ich wollte mit der Veröffentlichung lieber noch warten, bis die endgültige Bestätigung eingetroffen ist.

Mein Flug wird Dubai um 3.30 Uhr Ortszeit verlassen und ankommen werde ich gegen 09.50 Uhr (MEZ) in Stuttgart. Flugnummer ist die TK1701 aus Istanbul.


Zurückblickend kann ich sagen, dass dieses Praxissemester sich auf alle Fälle gelohnt hat. Hab sehr viele neue Eindrücke und Erfahrung gesammelt, die mir in meinem weiteren Lebensweg sicherlich irgendwann einmal hilfreich sein werden. Für meinen weiteren Berufsweg waren diese 4 Monate in Dubai bestimmt ein großer Türöffner, denn das Arbeiten geschieht hier schon unter einem anderen Arbeitsklima und auch unter mehr Druck. Vor Allem hat man hier sogar als Praktikant gleich eine Menge Verantwortung, mit der man erst einmal lernen muss umzugehen.
Von der 6 Tage Woche war ich anfangs recht geschafft, aber ich muss sagen so schlecht fand ich das jetzt nicht und der Mensch gewöhnt sich eh an alles. Vom Arbeitstempo und der Mentalität bin ich hoffentlich nicht zu sehr geprägt worden, aber das wird mir mein Studium schon wieder austreiben.


Auch ist mir aufgefallen, dass ich die Dinge nun viel gelassener angehe, dass muss man hier auch können, sonst stirbt man nach 3 Wochen an einem Herzinfarkt. Das ganze Aufregen bringt eh nichts, deswegen läuft der Labourer nicht schneller.


Von der Stadt bin ich trotz mancher negativen Erfahrung immer noch beeindruckt und werde auf jeden Fall hierher zurückkommen und wenn es nur als Urlauber in 5 oder 10 Jahren ist. Denn irgendwann würde ich schon gerne durch das Aviation Club Hotel laufen und sagen: „Hier hab ich mitgewirkt“.


Noch ein paar Dinge, die für mich anfangs unverständlich waren, aber hier völlig normal sind:


• Stark befahrene 6 spurige Straßen können einfach durch ein kleines Handzeichen als Absichtsbekundung überquert werden. Das innehalten auf dem Trennstreifen in den mittleren Spuren ist durchaus gestattet.


• Die Lichthupe dient sowohl als Warnsignal, als auch als Unmutsäußerung und als Vorfahrtsgewährung, hierbei geben die Intensität und die Häufigkeit der Betätigung den jeweiligen Gemütszustand wieder. Wird dazu noch die Hupe benutzt, kann man von einer Unmutsäußerung ausgehen.


• An sich ist die Hupe ebenso Warn-, wie auch Begrüßungssignal, aber auch als Aufforderung die Spur zu wechseln zu verstehen.


• Während der Ruhezeiten von 9.00 bis 9.30 Uhr; 12.00 bis 13.00 Uhr und von 15.00 bis 15.30 Uhr sollte man niemals einen Labourer bitten etwas zu tun, denn das sind seine Schlafenszeiten, die er liegen auf dem Betonboden oder einem Brett verbringt.


• Die Blitzer auf der Sheikh Zayed Road blitzen erst bei Tempo 120, ob wohl das Tempolimit mit 100km/h, machmal auf Grund von Baustellen mit 60km/h ausgeschildert ist.


• Wer in Dubai nur 1 Minute zu spät an sein Ziel kommt stirbt sofort, denn jeder fährt als gäbe es irgendetwas zu gewinnen und das beschleunigen auf einem geraden 300m Stück Straße, zwischen 2 Kreisverkehren, bis zur Höchstgeschwindigkeit gehört zum guten Ton.


• Zebrastreifen werden grundsätzlich ignoriert, lediglich wenn der Verkehr auf Grund der 3 stündigen Rush Hour ruht, kann die Straße halbwegs sicher überquert werden.


• Für eine Strecke von 5 km in Deira oder Bur Dubai kann man schon einmal 2 Stunden brauchen, wenn man die örtliche Rush Hour nicht kennt.


• Wer einen weißen Helm auf hat ist der „Boss“ auf der Baustelle; ist er dazu noch von heller Hautfarbe, kann er sich fast alles erlauben. Auch den streng abgesperrten Players Entrance für das WTA Turnier benutzen. ;-)


• In einer Grocery sollte man nie nach einem Kassenzettel fragen, denn die Preise werden vom Chef persönlich innerhalb kürzester Zeit im Kopf zusammengerechnet. Die Registrierkasse dient nur zur Geldaufbewahrung. Selbst wenn auf manchen Artikeln der Preis nicht ausgewiesen ist, der Chef hat ihn im Kopf.


• Inder sind von Natur aus neugierig, es kann schon einmal vorkommen, dass einer deinen Computerbildschirm mehrere Minuten beobachtet, obwohl du nur in Word etwas tippst. Ob er dem Deutschen mächtig ist, ist dabei nicht von Belangen.


• Pakistaner können einen ganzen Abend damit verbringen einfach an der Straße zu stehen und die Autos zu beobachten. (kein Witz, mein Mitbewohner hat das gemacht)


• Lass dich nie, aber auch niemals mit einem praktizierenden Moslem auf eine Diskussion über Religionen ein und sag ihm NIE, dass die Palästinenser vielleicht etwas unrecht hatten, als sie monatelang Raketen auf israelische Siedlungen geschossen haben.


• Ein Strandbesuch mit weiblicher Begleitung sollte nie an einem Freitag stattfinden, denn sonst kann es sein, dass man plötzlich von gaffenden Pakistanern umringt ist. Die auch noch Paparazzi spielen.


• Wie schon einmal erwähnt, sollte man die Finger von den Kurzen im Reagenzglas ausm Rock Bottom lassen, die sind teuflisch.


• Bier (8€ das Pint) sollte man genießen und nicht wie bei uns runterstürzen. Schließlich trink man auch kein Champagner auf Ex, oder?



So das war alles, was mir spontan einfällt.
Wir sehen uns ab Freitag in Remseck und Umgebung.



That’s all folks…..



tobi is coming home, inschallah…..


Mittwoch, 11. Februar 2009

Dubai Municipality, Civil Defense und DEWA


Es ist vollbracht! Anfang der Woche war ein Beamter der Dubai Municipality (Stadtverwaltung, DM) bei uns, um den Temporary Car park abzunehmen. Bei der Abnahme war ich natürlich mit von der Partie und konnte so mal sehen, wie pedantisch diese Leute ab und zu sind. Kleines Beispiel, wir haben Orientierungsschilder von der Decke hängen, damit die Leute wissen wo sie hinfahren können. Am Anfang und am Ende jeder Geraden ist ein Schild mit einem Trennstrich in der Mitte, links ein „No Access“ Zeichen und rechts ein Pfeil, also für jeden verständlich, dass ich auf meiner Spur (der Rechten) bleiben soll. Das hat der Inspektor nicht so ganz verstanden und somit mussten wir die Schilder ändern lassen.

Vor den Treppenhaustüren musste ein Zebrastreifen gemalt und auf beiden Seiten jeweils ein Speed-Hump betoniert werden. Dann war ihm noch unsere Abböschung im Kurvenbereich, außerhalb der Tiefgarage zu wenig gesichert, da gehören seiner Meinung nach Pfosten davor, damit keiner auf die Böschung fährt. (!!!)

Das waren nur die Hauptpunkte, sonst gab‘s nur n paar kleinere, wie falscher Druck auf der Löschleitung, usw…

Das lustige an der Kontrolle war, das Verhalten unseres Consultants (Architekt), sobald die nämlich eine Auto von DM reinfahren sehen, stehen die mit versammelter Mannschaft auf der Palette um den Herr zu begrüßen. So auch bei dieser Inspektion, aber als sie erfahren haben, warum er eigentlich da ist haben sich die Jungs ganz heimlich und leiste immer mehr in den Hintergrund begeben und irgendwann war keiner mehr da. Doch gerade rechtzeitig, als der Inspektor sich verabschiedet hat standen se alle wieder dabei und sind ihm dermaßen in den Arsch gekrochen (Thank you for your time, Sir; Thank you sir and drive carefully….), sogar mein PM hat sich‘s Lachen verkneifen müssen.

Auch der Schlusssatz des DM-Inspektors, belegt mal wieder, was Dubai noch fehlt, um eine gut organisierte Stadt zu sein. „Meine Kontrolle war nur eine Sicherheitsinspektion, ich habe nur auf die Sicherheitsbestimmungen hin kontrolliert. Sollten Sie weitere Kontrollen benötigen, bitte ich sie die zuständigen Stellen direkt anzuschreiben, [und jetzt kommt’s] die Kommunikation in unserem Hause funktioniert nicht immer einwandfrei, so dass andere Stellen nichts von ihrem Anliegen wissen könnten.“ (!!!)

Nachdem die Inspektion vorbei war, sind wir mit dem Client noch zusammengestanden und haben die bemängelten Punkte nochmal besprochen. Dabei ist uns aufgefallen, dass der DM-Mensch keine genauen Abgaben gemacht hat, -> Höhe der Pfosten, so um die 1,5m, Abstand, nicht zu eng, nicht zu weit. (!!!) Auch unklar war, ob er nochmal zur Nachkontrolle vorbeikommt oder nicht.

Die letzten Tage haben wir also an der Beseitigung der Mängel gearbeitet und gestern erfahren, dass er nicht mehr vorbeikommt, sondern wir ihm Bilder schicken sollen. Puh, Glück gehabt, so können wir uns ein paar kleinere Arbeiten ersparen.

Heute Morgen war dann auch Civil Defense (Feuerwehr) zur Kontrolle da. Diesmal das komplette Gegenteil von DM, der Herr hat nur kurz in den Pump Room geschaut, die Rohe inspiziert und überprüft, ob an den Öffnungen die Feuerversiegelung angebracht ist. Danach gab‘s ein „approved“ und das war‘s.


Jetzt haben wir nur noch einen großen Brocken aus dem Weg zu schieben und das ist DEWA (Lokaler Wasser- und Stromversorger). Wir haben nun einen Car park, der von der DM und der Civil Defense abgenommen wurde, dürfen aber nicht hineinfahren, da unter unserer Zugangsstraße eine Kabeltrasse der DEWA verläuft. Die Kabel sind aber nicht wie bei uns im Sandbett verlegt, sondern sind regelrecht beerdigt. Die Leitungen liegen ca 1,5m unter Geländeoberfläche in einer Stahlbetonwanne, die mit Wüstensand gefüllt und dann mit einem Stahlbetondeckel verschlossen wird. (!!!) DEWA hat nun Angst, dass die PKW (max. 2 to), die täglich darüberfahren die Kabel beschädigen könnten, deswegen gibt’s noch keine Freigabe von denen. In meinen Augen lächerlich, aber so sind die Behörden hier halt.

Käsespätzle

Gestern hab ich mir gedacht, zum Abendessen gibt‘s mal was Gescheites heut. Käs’spätzle müssen her. Aber nicht mit gekauften Nudeln, sondern mit selber geschabten Spätzle.



Okay, so schwer kann das ja nicht sein, aber ohne die richtigen Werkzeuge ist es das leider schon. Meine spärliche Kücheneinrichtung gibt leider, außer ein paar Töpfen, Teller, Besteck und Tupperdosen nicht viel her. Schon die Zubereitung des Teigs gestaltete sich recht schwierig, da kein Rührgerät oder eine Schüssel zur Verfügung stand. Aber wozu hat man zwei Hände? Die Teig Zubereitung hat soweit wunderbar geklappt und nun bestand nur noch das Problem darin, die Spätzle zu schaben.



Ohne Brett oder Schaber ist das nicht ganz so einfach. Die ersten Versuche mit dem Tupperdosendeckel scheiterten leider kläglich und ich wollte schon das Prospekt vom Pizzaservice suchen. Doch dann kam mir die Idee einfach ein Teller und ein Messer zu nehmen und das Ganze nochmal zu versuchen. Mit durchschlagendem Erfolg, wie sich herausstellte. Das Schaben war doch anstrengender als ich dachte aber die Spätzle konnten sich allemal sehen lassen.

Geschmacklich war das Ganze auch recht okay, leider gibt’s hier nur Cheddar oder Mozzarella Käse, der typische Geschmack blieb also auf der Strecke. Egal, lecker war‘s und wie die Bilder (Webalbum -> Dubai 2008) belegen auch sehr professionell. Nun kann ich endlich von mir behaupten, dass ich ganz allein Spätzle geschabt hab, wieder ein Haken mehr auf der Liste der Dinge, die ich noch zu erledigen gedenke, bevor ich den Löffel abgebe. ;-)





tobi continued….

Samstag, 7. Februar 2009

Einkaufstour in der Mall of the Emirates

Wisst ihr noch, was ich über den Dragon Mart geschrieben habe, dass es dort alles gibt, dass man dort jeden Scheiß kaufen kann? Lüge, Lüge, Lüge, ich bin letzte Woche 2 Stunden auf der Suche nach einem neuen Akku für meine Digicam, durch diesen verdammten Markt gelaufen. Die Chinesen waren zwar alle sehr nett, sofern sie verstanden haben, was ich brauche, aber eine normale Fotobatterie geht halt schlecht in eine Casio Exilim. Man glaubt es kaum, wie viel Elektronik Shops es dort gibt und die kennen sich auch noch alle, „…geh mal zu dem, der hat das bestimmt…“. Die Beste Information an dem Tag war: „…ne sowas haben wir nicht, aber in der Mall of the Emirates (MoE) gibt’s n Laden, der hat sowas…“. Nach 2 Stunden endlich mal ne vernünftige Aussage.

Also gings gestern in aller Frühe, nach dem ich mich im hauseigenen Gym etwas ausgetobt hatte (ja, ich war ganz erstaunt, dass wir sowas haben, mehr dazu weiter unten…), in die MoE. Bei der Gelegenheit wollte ich auch noch ein paar Mitbringsel suchen. 

Da die Mall ja recht groß ist, bin ich erst mal zum „Virgin Store“, der verkauft eigentlich alles, aber einen Akku konnte ich dort auch nicht bekommen, von dort wurde ich dann zu weiteren Läden geschickt, bis eine nette Verkaufsdame meinte, “…geh mal zu „More Electronics“, die verkaufen Akkus…“ . Dort angekommen und dem Verkäufer meine Lage geschildert, meint der nur welchen Akku-Typ ich denn brauche und nach 5 Minuten Suche lag er endlich auf dem Tisch. Ich hörte schon die Triumph-Fanfahren blasen, bis der Verkäufer meint 125 Dhs. (26 Euro)!!! Puh, egal, her damit. Daheim hab ich dann mal im Internet nachgeschaut, bei Ebay gibt’s den gleichen Akku für 2,45 Euro… Was will man machen, der Verkäufer hat wohl den Ernst meiner Lage erkannt und es eiskalt ausgenutzt…

Wo ich schon mal in der Mall war und den großen Geldbeuten dabei hatte, hab ich mir dann noch nen I-Pod Nano (mp3 –Player, für alle nicht kundigen, der spielt also Musik ab ;-) ), eine CD, zwei DVD’s und zwei Spiele für meine PSP (Play Sation Portable, wie Gameboy, nur mit mehr Funktionen) gegönnt. Das alles hat mich so knappe 1.200 Dhs. gekostet, nicht wenig, aber wie gesagt, wenn man schon mal hier ist… ;-)

Beim durch schlendern hab ich mir auch über eventuelle Mitbringsel Gedanken gemacht, war dann auch im „Arabian Souk“, einem Flügel in der MoE, aber den Gruscht, der dort angeboten wird, bring ich nicht mit Heim. So hab ich den Entschluss gefasst, dass es keine Mitbringsel gibt. Bevor ich hier irgendeinen überteuerten Scheiß kauf, der Daheim nur verstaubt. 

Zudem hab ich eh keinen Platz mehr im Koffer, obwohl ich schon ein paar Kleidungsstücke aussortiert und mit dem Daniel und der Julia ein Paket geschnürt hab, in dem auch einiges drin ist. Ich hab trotzdem Zweifel, ob ich das mit dem Gewicht hinbekomme, leider es keine Waage im Gym gibt, Gewissheit ich also erst am Flughafen haben werde (Junger Padawan Schüler, ich bin unschuldig an der Satzstellung, das hat mir Word gerade vorgeschlagen!). Aber auf die gleiche Aktion, wie in Stuttgart, als ich meinen Koffer nochmal öffnen und auspacken durfte, habe ich ehrlichgesagt keine Lust.

Um noch auf die Sache mit dem Gym einzugehen. Vor dem Donnerstagabend wusste ich gar nicht, dass es sowas bei uns gibt. Ich war auf dem Rooftop, um einige ruhige Minuten mit einer Cubanerin und Blick auf den Burj Dubai zu genießen. Da fiel mir eine Türe im hinterletzten Eck des Poolbereichs auf. Hinter der Türe waren zwei gut ausgestattete Gym, Männer und Frauen wieder einmal getrennt, mit Sauna und Dampfbad. Zum Glück hatte ich das Paket mit meinen Klamotten noch nicht dem Daniel gegeben, denn da waren meine Sportsachen drin. Die hab ich schnell wieder ausgepackt, um die letzten Wochen noch das kostenlose Gym zu nutzen.


tobi continued…